Anfänge der Untertitelung

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Die Anfänge der Untertitelung liegen weit zurück: Schon 1991 gab es eine starke Ausweitung des Angebots. Doch zurück zu den Anfängen der WDR-Untertitelung, zurück in die 80er Jahre.

Seit 1981 gibt es den Videotext, eine WDR-Eigenentwicklung. Schon im gleichen Jahr wurde der erste Tatort untertitelt.

1985 entschloss sich der WDR, Untertitel in eigener Regie herzustellen, vorangetrieben vom ehemaligen Hier-und-Heute-Reporter Günter Burike, der die VT-Redaktion leitete. Er fragte mich, ob ich nicht Interesse hätte, als Pilotprojekt einen „7. Sinn“ zu untertiteln.

Damals hatte ich ein Praktikum in der VT-Redaktion hinter mir und dort anschließend einige Urlaubsvertretungen gemacht. Nach meiner etwas breit gestreuten Ausbildung (Studium der Journalistik und Sonderpädagogik, EDV-Auswertung sozialwissenschaftlicher Daten an der Uni Köln und Arbeiten im dortigen Medienzentrum) waren diese drei Elemente gefragt: Erfahrungen im Umgang mit Sprache (hier das schnelle Zusammenfassen von Inhalten), mit mittlerer Datentechnik (der erste UT-Rechner war so groß wie zwei Kühlschränke), und Erfahrungen im Umgang mit Menschen, deren Sinne eingeschränkt waren, in diesem Fall der Hörsinn.

Für die Untertitelung des nur wenige Minuten langen „7. Sinns“ nahm ich mir drei Tage Zeit. Er sollte einem kleinen Gremium vorgeführt werden, zu dem auch der damalige Intendant Friedrich Nowottny gehörte. Der Sprachinhalt sollte in kurzen prägnanten Sätzen zusammengefasst werden. Das Format - wie heute noch: zwei bis drei Zeilen à 36 Zeichen. Unglaublich wie oft ich diesen Text damals gelesen habe, denn heute untertitelt man mit Spezial-Software, PC und entsprechender Erfahrung einen solchen Film in ca. 20 Minuten. Aber es sollte eben nahezu perfekt sein, um die Ansprüche einer Prüfung zu erfüllen.

Auch die Technik war ein Experiment, damals von WDR-Entwicklungsteam entwickelt und betreut. Das Ergebnis ist unschwer zu erraten, denn schnell nach dem 7. Sinn wurde auch die damals erst in Folge 5 gesendete Lindenstraße untertitelt. Dass daraus einmal über 1000 (untertitelte) Folgen würden, hätte keiner vermutet.

Die Anfänge der Untertitelung liegen weit zurück: Schon 1991 gab es eine starke Ausweitung des Angebots. Doch zurück zu den Anfängen der WDR-Untertitelung, zurück in die 80er Jahre.

Seit 1981 gibt es den Videotext, eine WDR-Eigenentwicklung. Schon im gleichen Jahr wurde der erste Tatort untertitelt.

1985 entschloss sich der WDR, Untertitel in eigener Regie herzustellen, vorangetrieben vom ehemaligen Hier-und-Heute-Reporter Günter Burike, der die VT-Redaktion leitete. Er fragte mich, ob ich nicht Interesse hätte, als Pilotprojekt einen „7. Sinn“ zu untertiteln.

Damals hatte ich ein Praktikum in der VT-Redaktion hinter mir und dort anschließend einige Urlaubsvertretungen gemacht. Nach meiner etwas breit gestreuten Ausbildung (Studium der Journalistik und Sonderpädagogik, EDV-Auswertung sozialwissenschaftlicher Daten an der Uni Köln und Arbeiten im dortigen Medienzentrum) waren diese drei Elemente gefragt: Erfahrungen im Umgang mit Sprache (hier das schnelle Zusammenfassen von Inhalten), mit mittlerer Datentechnik (der erste UT-Rechner war so groß wie zwei Kühlschränke), und Erfahrungen im Umgang mit Menschen, deren Sinne eingeschränkt waren, in diesem Fall der Hörsinn.

Für die Untertitelung des nur wenige Minuten langen „7. Sinns“ nahm ich mir drei Tage Zeit. Er sollte einem kleinen Gremium vorgeführt werden, zu dem auch der damalige Intendant Friedrich Nowottny gehörte. Der Sprachinhalt sollte in kurzen prägnanten Sätzen zusammengefasst werden. Das Format - wie heute noch: zwei bis drei Zeilen à 36 Zeichen. Unglaublich wie oft ich diesen Text damals gelesen habe, denn heute untertitelt man mit Spezial-Software, PC und entsprechender Erfahrung einen solchen Film in ca. 20 Minuten. Aber es sollte eben nahezu perfekt sein, um die Ansprüche einer Prüfung zu erfüllen.

Auch die Technik war ein Experiment, damals von WDR-Entwicklungsteam entwickelt und betreut. Das Ergebnis ist unschwer zu erraten, denn schnell nach dem 7. Sinn wurde auch die damals erst in Folge 5 gesendete Lindenstraße untertitelt. Dass daraus einmal über 1000 (untertitelte) Folgen würden, hätte keiner vermutet.

Ausweitung 1991

1991 wurde die Untertitelung erneut ausgeweitet, das "Wort zum Sonntag" kam dazu. Der Untertitelrechner wurde modernisiert, es war nun eine kleine VAX, etwas größer als eine Getränkekiste. Mit zwei Arbeitsplätzen und inklusive der Untertitel-Sendetechnik wurde trotzdem ein ganzer Raum benötigt.

1991 auch wieder etwas Neues: Alle bisher untertitelten Sendungen waren schon einige Zeit vor dem Sendetermin fertig. Im März wurde erstmals ein live moderiertes WDR-Magazin untertitelt: MONITOR. Die Schwierigkeit: Beiträge und Moderationen waren erst kurz vor der Sendung manchmal sogar erst kurz nach Beginn der Sendung fertig. Es ging um Schnelligkeit, um guten Kontakt zu den Redakteuren.

Ohne deren Wohlwollen wäre es unmöglich, aus dem Produktionsprozess heraus die Sprechertexte zu bekommen (die Fertigstellung des Beitrags hat natürlich Vorrang) und vor allem die O-Töne z.B. der Interviewpartner, die meist im Manuskript nicht auftauchen. Nur beides zusammen bildet die Grundlage einer umfassenden Untertitelung.

Immer wieder musste ich anfangs bei einzelnen Beiträgen den Untertitel einblenden: "Dieser Beitrag konnte nicht untertitelt werden, weil uns keine Texte vorlagen." Das ist später dank weiterer Optimierung nicht mehr vorgekommen. Weitere Sendungen kamen dazu, die erst kurzfristig fertig wurden, wie „Quarks & Co“.

Vor drei Jahren dann ein weitere großer Schritt: Die Spracherkennung auf dem Computer war soweit, dass man sie in der Praxis einsetzen konnte. Dadurch wurde es möglich, Live-Sendungen zu sprechen z.B. Nachrichtensendungen wie die Aktuelle Stunde. Dass solche Sendungen überhaupt untertitelt werden können, tröstet über die wenigen Verständnisfehler der Spracherkennungssoftware hinweg.

Hörgeschädigte zeigten sich erfreut über die Ausweitung des UT-Angebots: Sportsendungen und vor allem Talk-Shows kamen dazu. Das Untertiteln teilen sich dabei zwei Sprecher, um Moderatorin und Gäste zeitnah untertiteln zu können, ein dritter Mitarbeiter sendet ev. vorhandene vorbereitete Filmeinspielungen. Durch das Hören, Sprechen und Korrigieren der Untertitel vor dem Senden ergibt sich ein "Nachlaufen" der Untertitel von einigen Sekunden. Je erfahrener die Sprecher, je besser sie aufeinander eingespielt sind und je schneller und genauer Computer und Software die Sprache erkennen, desto schneller können die Untertitel auf Sendung gehen.

Vom "Ein-Mann-Betrieb" ist die Crew nun auf über 80 feste und freie Mitarbeiter gewachsen. An bis zu acht Plätzen parallel werden Untertitel erstellt, korrigiert und gesendet. Neben dem reinen Untertiteln wurde auch die damit verbundene Arbeit mehr: Texte und Videomaterial muss rechtzeitig besorgt werden, dem Arbeitsumfang entsprechend müssen Untertitler rechtzeitig eingeplant werden. Und natürlich müssen auch die Sendezeiten im Auge behalten werden.

Waren anfangs die Untertitler nur einige Tage im Monat aktiv, so teilen sie sich jetzt die Zeit von morgens früh bis abends nach Mitternacht, um für Sie Sendungen mit Untertiteln bereitzustellen.